Während des Neubaus des Westbades mussten zahlreiche Bremer Schwimmvereine ihre Trainings- und Kursangebote über Jahre hinweg auf andere Bäder verteilen. Diese Belastung wurde von den Vereinen getragen, weil ihnen wiederholt zugesichert wurde, dass ihre bisherigen Wasserzeiten nach der Wiedereröffnung wieder zur Verfügung stehen würden.
Nun zeigt sich jedoch, dass diese Zusagen offenbar nicht eingehalten werden sollen. Stattdessen werden Wasserzeiten neu verteilt und insbesondere der Zugang zu Lehrschwimmbecken eingeschränkt. Für viele Vereine ist das existenziell: Schwimmkurse sind die wichtigste Grundlage für Nachwuchsgewinnung und damit für die langfristige Vereinsarbeit.
Gleichzeitig ist der Neubau des Westbades erheblich teurer geworden als ursprünglich veranschlagt und musste mehrfach verlängert werden. Seit Jahren ist bekannt, dass die ursprüngliche Summe und Zeitplanung nicht einzuhalten sind und es gilt als offenes Geheimnis, dass dies von Anfang an nicht machbar war, aber politisch der Mut fehlte, die wahren Kosten zu veröffentlichen.
Wenn jetzt die Wasserzeiten der Vereine immer weiter verringert werden, um stattdessen sehr teure eigene Angebote zu platzieren, besteht Grund zur Annahme, dass das Defizit auf die Vereine und die Bürger abgewälzt werden soll.
Wir fordern die verbindliche Garantie, dass die zugesicherten Wasserzeiten wiederhergestellt werden und insbesondere der Zugang zu Lehrschwimmbecken gewährleistet ist. Gleichzeitig braucht es eine transparente und öffentliche Untersuchung der erheblichen Kostensteigerungen, Verzögerungen und ursprünglichen Budgetannahmen beim Neubau des Westbades. Dabei muss auch aufgeklärt werden, inwiefern die aktuelle Einschränkung der Vereinswasserzeiten mit den finanziellen Problemen des Projekts zusammenhängt.